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Förderkreis Allerheiligenbergkapelle Lahnstein

Förderkreis Allerheiligenbergkapelle Lahnstein

Rosenkranzweg

Die Rosenkranzstationen entlang des Weges zur Allerheiligenbergkapelle

Die 1671 eingeweihte (alte) Kapelle auf dem Eulberg, auch Kreuzberg genannt (später Allerheiligenberg) war im Laufe der Zeit als Wallfahrtsort das Ziel vieler Pilger. Auf dem Weg dorthin befanden sich Darstellungen der „sieben Schmerzen Mariens“. Diese waren zwischen 1740 – 1745 vom dem Frühmesser Johann Hachenburg aus Horchheim errichtet worden. Die dazugehörigen Bilder kamen von einem Maler aus St. Goar. Diese Stationen, die den Leidensweg der Gottesmutter entsprechend der mittelalterlichen Tradition der „Mater dolo-rosa" erzählten, waren verfallen. Der Niederlahnsteiner Pfarrer Josef Wolf war mit Pfarrer Johann Baptist Kraus aus Koblenz-Arenberg befreundet und von dessen Landschaftsbibel auf dem Arenberg begeistert. Nach diesem Vorbild ließ er 1873/1874 entlang des Weges zum Allerheiligenberg insgesamt 15 kleine Kapellen als Rosenkranzstationen errichten und deren Mauerwerk mit Schlackensteinen, Erzen, Kristallen und Halbedelsteinen verzieren. Im Inneren der Kapellchen ließ er Terrakotta-Reliefs einbauen, welche die jeweils fünf Stationen des freudenreiches, des schmerzhaften und des glorreichen Rosenkranzes plastisch darstellten. Von diesen Terrakotta-Reliefs, die sich bis 1935 in den Kapellchen befanden, ist heute nur noch eines erhalten. Es wurde vor Jahren wiederentdeckt, von dem Lahnsteiner Hobbymaler Ludwig Nett angemalt und vom Förderkreis im Eingangsbereich der Allerheiligenbergkapelle angebracht. Dieses Terrakotta-Relief wurde 1874 von der St. Sebastianus-Bruderschaft Niederlahnstein gestiftet. Es befand sich ursprünglich in der Station Nr. 13. Es ist anzunehmen, dass zumindest ein Teil der übrigen Reliefs ebenfalls von Niederlahnsteiner Vereinen gestiftet wurde.Die Maurerarbeiten an den Kapellchen führte seinerzeit Johann Karst aus Nieder-lahnstein aus. Zur Finanzierung fanden mehrere Benefizkonzerte der Nieder- und Ober-Lahnsteiner Gesangvereine statt, aber auch von Koblenz. So warb die Presse im Juni 1873 für ein Benefizkonzert des „rühmlich bekannten Gesangvereins St. Castor aus Coblenz" in der Niederlahnsteiner Johanniskirche. Bereits am 11. Mai 1874 wurden sämtliche Rosenkranzstationen vom Limburger Bischof Peter Joseph Blum eingeweiht.

Auf Veranlassung von Pfarrer Jakob Menges wurden 1935 die Terrakotta-Reliefs entfernt und durch Bildnisse im damals populären Beuroner Stil ersetzt. Diese wurden von dem Kunstmaler Seemann aus Koblenz-Horchheim unter Anleitung des Benediktinerbruders Notker Becker von der Abtei Maria Laach gefertigt. Von den diesen 15 Bildnissen sind heute noch 14 erhalten, nachdem im Jahre 2025 eher zufällig das zur abgerissenen Station Nr. 3 gehörende Bild wieder gefunden wurde. 

Ende der 1970iger Jahre befanden die Kapellchen durch Witterung, Vernachlässigung und auch Vandalismus teilweise in keinem guten Zustand. 1977 wurden sie daher durch die Pfarrei St. Barbara Niederlahnstein unter Mithilfe der Kolping-Familie, den Pfad-findern, der Bundeswehr und der Siedlergemeinschaft Allerheiligenberg wieder instandgesetzt. Finanziell wurde dies durch Spenden zahlreicher Lahnsteiner Bürger und Gewerbebetriebe ermöglicht. Seit 1983 kümmert sich der Förderkreis um Pflege und Erhalt der Kapellchen, für die Patenschaften bestehen.

Von den ursprünglich 15 kleinen Kapellen sind noch 10 (weitgehend im Originalzustand) erhalten. Bereits in den 1920iger Jahren wurde die Station 15, die sich auf dem Vorplatz der Allerheiligenbergkapelle befand, entfernt. Die Gründe sind leider nicht bekannt. Möglicherweise wollte man damit mehr Platz für die damals zahlreichen Pilger auf dem Vorplatz schaffen. Das Kapellchen Nr. 3 wurde im 2. Weltkrieg zerstört oder so massiv beschädigt, dass es abgerissen wurde. Zwei weitere Kapellchen (Stationen Nr. 5 u.6) wurden infolge des Straßenausbaus zur Allerheiligenbergsiedlung bzw. Wohnbebauung abgerissen. An diese Kapellchen erinnern Informationstafeln, die der Förderkreis im Jahre 2023 an den ehemaligen Standorten aufgestellt hat. Ein fünftes Kapellchen wurde in den 1960iger Jahren, nach einer Beschädigung durch ein Bundeswehrfahrzeug, ebenfalls abgerissen. Dieses Kapellchen hat der Förderkreis, nachdem eher durch Zufall der in Gänze erhaltene Steingutboden entdeckt wurde - überwiegend in Eigenleistung – im Jahre 2025 wieder aufgebaut.

Quellen:   Lebendiges Lahnstein, Lahnsteiner Altertumsverein 1880 e. V. 2025
                 Stadtarchiv Lahnstein
                  Archiv Pfarrei St. Barbara Niederlahnstein
                  Der Allerheiligenberg bei Lahnstein, Pfarrer Johann Baptist Ludwig 1845


Station 1

Freudenreicher Rosenkranz,
1. Geheimnis:

„Den du, o Jungfrau,
vom hl. Geist empfangen hast“

Mit dieser Station beginnt der Rosenkranzweg entlang der "Allerheiligenbergstraße" und dem "Neuen Bugwer Weg" bis zur Allerheiligenbergkapelle. Diese Station befindet sich am alten Niederlahnsteiner Friedhof an der Ecke Allerheiligenbergstraße und der Straße zur Ruppertsklamm. Hier befindet sich auch ein öffentlicher Parkplatz.

Station 2

Freudenreicher Rosenkranz,
2. Geheimnis:

„Den du, o Jungfrau,
zu Elisabeth getragen hast “

Aufgrund ins Mauerwerk eindringender Feuchtigkeit hatte das in dem Kapellchen befindliche Bild im Laufe der Jahre nicht unerheblichen Schaden genommen. Das Arbeitsteam des Förderkreises hat 2023 mit Unterstützung der städtischen Baubetriebshofes das bis zur Hälfte im Erdreich stehend Kapellchen freigelegt und dann in Eigenleistung neue Isolierung angebracht und Drainagen verlegt. Das beschädigte Bild hat der Förderkreis professionell restaurieren lassen. Die Rückwand wurde neu verputzt und das Bild mit einem Edelstahlrahmen versehen.

Station 3

Freudenreicher Rosenkranz,
3. Geheimnis:

„Den du, o Jungfrau,
zu Betlehem geboren hast “

Von dieser Kapelle, die im 2. Weltkrieg entweder zerstört oder so massiv beschädigt wurde, dass sie abgerissen wurde, existiert leider kein Bild. Das zur Kapelle gehörende Bild, das verschollen war, wurde im Jahre 2025 auf dem Speicher der St. Barbarakirche wieder entdeckt und in der Station Nr. 4 an der linken Seitenwand angebracht.
An ihrem früheren Standort bei den „Drei Tannen“ erinnert heute eine Informationstafel.

Station 4

Freudenreicher Rosenkranz,
4. Geheimnis:

„Den du, o Jungfrau,
im Tempel aufgeopfert hast “

Auf der linken Seite ist zusätzlich das Bild aus der nicht mehr existierenden Station Nr. 3 angebracht. Zur Vermeidung von Feuchtigkeitsschäden wurde die Rückseite 2025 vom Arbeitsteam des Förderkreises teilweise freigelegt, Isolierung angebracht und Drainage verlegt.

Station 5

Freudenreicher Rosenkranz,
5. Geheimnis:

„Den du, o Jungfrau,
im Tempel wiedergefunden hast “

Die Kapelle wurde wegen Straßenaus- und Wohnungsbau abgerissen. Ein Bild ist leider nicht vorhanden. Auch das in diese Kapelle gehörende Bildnis ist (als einziges) weiterhin verschollen.
Das Motivbild stammt aus dem Marienleben in Emaus, Prag.
An ihrem früheren Standort erinnert heute eine Informationstafel.

Station 6

Schmerzhafter Rosenkranz,
1. Geheimnis:

„Der für uns Blut geschwitzt hat“

Die Kapelle wurde infolge des Straßenausbaus abgerissen. Das Bild aus dieser Kapelle ist erhalten und befindet sich zusätzlich in der Station Nr. 7 auf der linken Seite.
An ihrem früheren Standort erinnert heute eine Informationstafel.

Station 7

Schmerzhafter Rosenkranz,
2. Geheimnis:

„Der für uns gegeißelt worden ist“

In dem Kapellchen ist links zusätzlich das Bild aus der Station Nr. 6 angebracht.
Bis zum Jahre 2026 befand sich auf der rechten Seite zudem das Bild der in den 1960iger Jahren abgerissenen Station Nr. 11. Nachdem die Station Nr. 11 wieder aufgebaut war, wurde das dazugehörende Bild wieder dort angebracht.

Station 8

Schmerzhafter Rosenkranz,
3. Geheimnis:

„Der für uns mit Dornen gekrönt worden ist"

Station 9

Schmerzhafter Rosenkranz,
4. Geheimnis:

„Der für uns das schwere Kreuz getragen hat"

Station 10

Schmerzhafter Rosenkranz,
5 Geheimnis:

„Der für uns gekreuzigt worden ist"

Im Jahre 2022 wurde der Treppenaufgang gereinigt. 2023 hat das Arbeitsteam des Förderkreises in Eigenleistung einen Handlauf angebracht.

Station 11

Glorreicher Rosenkranz,
1. Geheimnis:

„Der von den Toten auferstanden ist“

In den 1960iger Jahren wurde die am „Neuen Buger Weg“ gelegene Kapelle durch einen LKW der Bundeswehr beschädigt und auf Veranlassung von Pfarrer Schwarz in der Folgezeit abgerissen. Eher zufällig wurde am 13. Mai 2024 der komplett erhaltene Steingutboden der ehemaligen Kapelle entdeckt und in der Folgezeit freigelegt. 2025 /2026 hat das Arbeitsteam des Förderkreises in Abstimmung mit der unteren Denkmalbehörde in Eigenleistung darüber eine neue Kapelle aufgebaut.

Station 12

Glorreicher Rosenkranz,
2. Geheimnis:

„Der in den Himmel aufgefahren ist“

Die Kapelle befindet sich unmittelbar vor dem Parkplatz am neuen Friedhof.

Station 13

Glorreicher Rosenkranz,
3. Geheimnis:

„Der iuns den heiligen Geist gesandt hat“

Die 13. Station zeigt das Pfingstmotiv des glorreichen Rosenkranzes. Besonders bedeutsam ist, dass zu diesem Motiv das alte Terrakotta-Relief erhalten ist, das heute im Eingangsbereich der Allerheiligenbergkapelle hängt. Als Stifter wird die Sebastianusbruderschaft Niederlahnstein genannt.

Station 14

Glorreicher Rosenkranz,
4. Geheimnis:

„Der dich, o Jungfrau ,in den Himmel aufgenommen hat“

Aufgrund von Feuchtigkeitsschäden wurde die Rückseite 2023 vom Arbeitsteam teilweise freigelegt, Isolierung angebracht und Drainage verlegt. Der auf dem Mauerwerk angebrachte Anstrich wurde entfernt. Die Rückwand wurde neu verputzt und das Bild gereinigt und mit einem Edelstahlrahmen versehen.

Wegbeschreibung

Der Rosenkranzweg führt vom Bereich des alten Friedhofs Niederlahnstein hinauf zum Allerheiligenberg. Die Stationen begleiten den historischen Wallfahrtsweg zur Allerheiligenbergkapelle und verbinden religiöse Betrachtung, Ortsgeschichte und die besondere Lage oberhalb von Lahn und Rhein. Die Kapelle liegt auf einer rund 170 Meter hohen Bergkuppe und ist Teil der gewachsenen Wallfahrtstradition am Allerheiligenberg.